Montag, 15. November 2010

Bildanleitung fürs Binding "a la Heaven Number Seven"

Heute hab ich mich auch ans mugrug nähen gemacht. Da fiel mir ein, dass es da jemanden gibt, der die Sache mit dem Binding noch nicht so ganz verstanden hat. So hab ich mir gleich meinen Fotoknippser geschnappt und Schritt für Schritt die Entstehung meines Bindings fotografiert.

1. Wir schneiden uns einen Streifen von 8 cm Breite. Wers gerne später frimelig mag, kann auch 7,5 cm schneiden. Aber ich nehme lieber 8 cm.


2. Der Streifen "Seite auf Seite" umgebügelt. (Huch, was macht denn der Rollschneider noch hier, den brauchen wir erst viiiiiiiiel später wieder!!!!)



3. Wir legen jetzt die offene Seite des Bindingstreifens an ein Seitenteil an und lassen einige Zentimeter überstehen, bevor wir das ganze mit einer Nadel fixieren. Später seht ihr dann, warum, vertraut mir erst mal ;o)


4. Den Bindingstreifen legen wir bis an die Ecke. Klappen nun im 45° Winkel den Streifen hoch. Könnt ihr es sehen, der Bindingstreifen geht rechts genau bis zur Kante. Feststecken wie auf dem Bild bitte!



5. Nun den Bindingstreifen so wieder wie auf dem Bild runterklappen. Achtung, darunter befindet sich aber immer noch der 45° Winkel!!!! Feststecken bitte!


6. So verfahren wir mit allen 4 Ecken. Ist nicht schwer, oder? Auf diesem Bild seht ihr jetzt auch noch den offenen "Zippel". Das muss so sein, ehrlich! Glaubt mir! Vertraut mir, sonst mache ich jetzt nicht weiter *lach*


7. So, da wo ich die erste Nadel reingepiekst habe, ganz am Anfang, also da, wo der "Zippel" nach wie vor übersteht, offen ist, oder wie immer ihr das nennen wollt, fangen wir an zu nähen.



8. Wir nähern uns jetzt langsam der ersten Ecke.


9. Wir klappen ganz vorsichtig die erste Ecke zu uns hin und nähen so weit wie möglich (aber auch nicht zu weit ... hmmm, wie soll ich das jetzt erklären, das habt ihr dann später selber im Gefühl ...) in die Ecke hinein - vielleicht so gut 1 cm vor dem Ende abstoppen.

10. Ich hätte jetzt gerne noch ein paar Hände, damit ich das besser zeigen und fotografieren könnte. Aber so gehts glaub ich auch. Also ziemlich weit in die Ecke nähen, dabei wie auf dem Bild die Spitze auf- und zu uns hinklappen.


11. Jetzt dürft ihr das ganze mal vorsichtig angucken ;o).  Im nächsten Schritt wird oben neu angesetzt.



12. Also: oben neu ansetzen bitte! Und nun runternähen, bis ihr an der nächsten Ecke ankommt. Damit genauso verfahren wie unter Pkt. 9 - 11 beschrieben.


13. Und nun kommt zum ersten Mal ein Teil, der jeder Patchworkerin, die das viel besser kann als ich, die Haare zu Berge stehen lässt, wenn sie meine Art sieht, wie ich die beiden Enden miteinander verbinde. Also sorry, das mit dem 45°-Winkel hab ich bisher nicht verstanden, und ob ich das irgendwann noch mal kapiere, steht wohl echt in den Sternen. Deswegen kommt nun hier meine Variante. Wir legen die beiden Enden aneinander und "kneifen" uns an dem linken kurzen Ende eine Stück von ca. 1 cm um (ist das "Fingerbügeln"? - ich meine, ich hätte das mal irgendwo so gelesen, ist aber auch für den weiteren Verlauf unerheblich, wie das heißt *zwinker*). Kann man erkennen, was ich meine, oder? Den rechten langen Zippel (hah! da isser wieder!) ebenfalls knicken und kneifen. Beide Kniffe liegen jetzt Kniff an Kniff, kann man auch erkennen, hoffe ich.


14. Na jedenfalls sieht das dann so aus. Feste zukneifen, damit ihr das später auch erkennen könnt. Noch fester, nun dürft ihr mal so richtig kneifen, ohne dass gleich jemand meckert ;o).


15. Iiiiiiiiiih, da hat sich mein Blitz eingeschaltet. Kann man aber trotzdem noch erkennen. Da, wo ihr vorher ordentlich dolle zugekniffen habt, wird eure Nahtlinie sein. Jetzt bitte Stoff auseinanderfalten und rechts auf recht zusammenlegen.


16. Gut feststecken,  ist nämlich ein bißchen kurz geworden bei mir, ich hasse es, wenn es so frimelig wird, aber gut, machen wir weiter: So sieht das jetzt aus:


17. Seht ihr, ich hab vorhin nicht dolle genug gekniffen, aber so ein kleines bißchen kann man erkennen, wo die Nählinie entlang führen soll (hoffe ich, dass ihr das sehen könnt)


18. So sieht das jetzt aus, oben guckt noch immer unser Zippel raus, jetzt wisst ihr mittlerweile auch, warum ihr den etwas länger offen lassen solltet, nämlich, dass das nicht so frimelig wird, wie gerade bei mir. Aber nun dürft ihr den endlich abschneiden. (Hab vergessen ein Foto zu machen, wie das dann aussieht - aber das absäbeln dürftet ihr auch ganz alleine hinbekommen).


19. Nun könnt ihr euren Bindingrand schon mal aufklappen. Ihr habt es fast geschafft. Bitte gut ausbügeln das ganze. Ihr dürft auch ein bißchen dran ziehen.


20. Jetzt den Bindingrand nach hinten umschlagen und feststecken. Sieht von der Rückseite so aus:


21. Und von vorne so, aber ihr seid jetzt nun mal auf der Rückseite und müsst da noch einmal mit dieser kleinen Tücke kämpfen, eine Briefecke zu falten. Also wieder das ganze auf die Rückseite drehen. Gleich seid ihr fertig.



Erfahrene Patchworkerinnen lesen jetzt bitte nicht weiter, jetzt kommt der Teil, an dem euch sonst zum zweiten Mal die Haare zu Berge stehen.
Ich geb es zu, ich bin zu faul, um mit der Hand das Binding anzunähen, darum gehe ich jetzt noch mal mit der Nähmaschine in die Naht zwischen Randstreifen und Bindung. Somit hab ich dann eine zusätzliche Quiltnaht und die Rückseite des Bindingstreifens gleich mit angenäht.


22. So sieht nun meine Rückseite aus:



23. Und so die Vorderseite:

Und so ganz nebenbei ist dabei mein erster mugrug entstanden.

Ich hoffe, meine Bildanleitung hat euch ein wenig Spaß am lernen des Bindings gemacht. Auch wenn sie nicht so 100 %-ig perfekt ist, aber ich bin halt auch nicht perfekt und für mich reicht ein Binding so allemale.


Und nun werde ich mir nen Kaffee und nen Keks auf meinem neuen mugrug genehmigen. Puh, das Schreiben der Anleitung dauerte ja länger als das Nähen ansich.

Liebe Grüße - Heike

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Heike, danke für die Arbeit. Eine tolle Anleitung. Da werde ich jetzt mal versuchen ob ich das auch so hinbekomme
Liebe Grüße Elke

Petra.......die sticklady hat gesagt…

Hallo Heike,
erstmal vielen lieben Dank für diese tolle Anleitung! Ich werde auf jeden fall auch an einem MugRug das Binding ausprobieren, denn ich gebe zu, so wie ich meine Umrandung drumrumbastel... da würden sogar Dir die Haare zu Berge steigen ;-)
Eine doppelte Portion Kekse hast Du Dir aber verdient!
Liebe Grüße
Petra

Anonym hat gesagt…

liebe heike, das hast du toll gezeigt! du bist auch die erste, die sagte, dass man - nachdem man in die ecke genäht hat - oben neu ansetzen muss. schön ist der mugrug geworden! ich muss auch noch einen ausch-mugrug nähen - meine partnerin war schneller und ich hab ihren schon... liebe grüße ingrid

Angelika hat gesagt…

Sehr gut und ausführlich beschrieben, der Post ist eine klasse Anleitung für alle Diejenigen, die ihrem ersten Binding mit Fragezeichen und Stirnruntzeln entgegenstehen.
Schöne Festtage !
LG Angelika